erhart schröter göttingen
Erhart Schröter, Göttingen.

Als freischaffender Künstler und künstlerisches Vorstandsmitglied engagiert sich Erhart Schröter aktive in der Vermittlung gegenwärtigen künstlerischen Positionen beim Künstlerhaus Göttingen im regionalen und überregionalen Bereich. Schröters großformatige Acryl-Bilder präsentieren sich lyrisch abstrakt; durch ihre Materialität, durch die Art der Farb- und Formgebung, Dichte und Transparenz, erzeugen sie komplex rhythmische, lebendige Abläufe.

„Wahrnehmungs-Horizonte“ sind ein Leitmotiv seiner Bilder. Fließende Übergänge erweitern den Blick über die reine Sehwahrnehmung hinaus und machen „Hintersinniges“ sichtbar. Im Panorama der Weite verweben sich Ansichten, Einsichten und Erkenntnissen miteinander im dynamischen Kreislauf des Geschehens.

Schröters gegenwärtiges Projekt: „Doppel-Bilder“, beschäftigt sich mit Horizonten in fließenden Übergängen: Eine bereits vorhandene Bildstruktur wird kompositorisch bearbeitet und im Sinne einer Raumerweiterung in die Tiefe umgedeutet. Konkrete Nähe und Transparenz erzeugen eine Art Doppel-Bild-Effekt, wie wir ihn als „Nachbilder“ mit geschlossenen Augen wahrnehmen. Fotografische Collagen „Pixel“ sind als Restform in dem Malprozess eingefügt. Sie verweisen auf mediale Eindrücke und geben Schröters Bildern ihre semantische Dichte.

„Accident“, bedeutet als englisches Wort, „Zufall“ und „Katastrophe“ zugleich. Nachrichten, Reportagen und Bilder aus den virtuellen Medien hinterlassen ihre Spuren in seiner künstlerischen Wahrnehmung. Bildtitel wie Boatpeople, Allepo, Tsunami verweisen auf reale Alltags-Eindrücke unserer Zeit.

Die starke Farbigkeit Erhart Schröters Bilder, ihre Dynamik des spontanen Pinsel-Duktus greift zurück auf die vitale Lebendigkeit einer modernen Expressivität.

 

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Mit weit geschlossenen Augen.
Zum Werk von Erhart Schröter.

Erhart Schröter neigt dazu, in seinen Bildern die widersprüchlichsten Elemente zusammenzuziehen und miteinander zu verbinden. Das ist keiner pazifistischen Harmonisierungssucht des Künstlers geschuldet, sondern folgt einem genauen Hinschauen auf die Welt, die sich uns in ebenso komplexen wie disparaten Panoramen präsentiert und keine Ausgrenzung kennt.

Obwohl der Künstler mit hellwachen Augen auf die Welt schaut, hat sein Blick Ähnlichkeit mit dem eines Mystikers, der die Welt umso besser sieht, je fester er die Augen schließt. In diesem von jeder Ablenkung befreiten und konzentrierten Blick verlieren die Dinge ihren dialektischen Bezug. Oppositionen verflüchtigen sich. Differenzen, den Oppositionen eines vergleichenden und wertenden Geistes geschuldet, werden außer Kraft gesetzt.

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biographie

1938
Geboren in Frankfurt Oder.

1957 – 1959
Studium der Kunstgeschichte, Geschichte, Germanistik an der Philipps-Universität, Marburg und der Maximilian-Universität, München.

1959 – 1964
Kunststudium an der Werkakademie (H f B K) in Kassel. Schwerpunkt Malerei bei den Professoren Fritz Winter und Frau von Rogister. Abschluss für das Lehramt der Fächer Kunst, Werken und Deutsch.

1964 – 1970
Studienassessor am Georg Büchner Gymnasium in Darmstadt.

1970 – 1998
Dozent für Kunst und Medien an der Georg-August-Universität, Göttingen.

1998 – 2001
Lehrauftrag an der Universität Hildesheim.

Seit 1998,
lebt in Göttingen als freischaffender Maler.


© Erhart Schröter 2016 – 2017 – Alle Rechte vorbehalten. Stand Juli 2017